Kurz und knapp: Dokumentieren Sie einen Wasserschaden lückenlos, bevor Sie aufräumen: Fotografieren und filmen Sie Wasserstand, Schadensquelle, jeden Raum und alle beschädigten Gegenstände einzeln, mit sichtbarem Datum. Erstellen Sie eine Schadensliste mit Preisen und Belegen. Sammeln Sie alle Rechnungen und den Schriftverkehr. Entsorgen Sie nichts voreilig. Eine gute Dokumentation entscheidet darüber, wie viel die Versicherung zahlt, sie ist der häufigste Hebel gegen Kürzungen.
Die Dokumentation eines Wasserschadens klingt nach Bürokratie, ist aber der wichtigste Hebel dafür, dass die Versicherung den vollen Schaden zahlt. Eine lückenhafte Dokumentation ist der häufigste Grund für Kürzungen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie es richtig machen.
Warum die Dokumentation entscheidet
Die Versicherung erkennt nur an, was nachgewiesen ist. Ohne Dokumentation kürzt sie im Zweifel. Mit vollständiger Dokumentation:
- belegen Sie den gesamten Schaden
- können Sie Kürzungen widersprechen
- haben Sie die Grundlage für ein Gutachten
- sind Sie im Streitfall vor Gericht abgesichert
Die zwei Stunden für eine gute Dokumentation können über mehrere tausend Euro entscheiden.
Schritt 1: Sofort fotografieren, vor dem Aufräumen
Bevor Sie Wasser aufwischen oder Gegenstände wegräumen, halten Sie den Ist-Zustand fest. Das ist die wichtigste Beweisgrundlage und nicht wiederholbar.
Was genau fotografieren?
| Motiv | Warum |
|---|---|
| Wasserstand, stehendes Wasser | belegt Ausmaß |
| Schadensquelle (Rohr, Gerät) | bestimmt zuständige Versicherung |
| Nasse Wände, Böden, Decken | Bausubstanz-Schaden |
| Beschädigte Möbel/Geräte einzeln | Hausrat-Erstattung |
| Typenschild/Seriennummer bei Geräten | Wertnachweis |
| Gesamtüberblick jedes Raums | Kontext |
Übersichts- und Detailaufnahmen, dazu Videos mit Kommentar. Datum und Uhrzeit müssen erkennbar sein (Metadaten oder im Bild).
Schritt 2: Schadensliste erstellen
Jeden beschädigten Gegenstand einzeln auflisten:
- Bezeichnung
- Anschaffungsdatum
- Kaufpreis (neu)
- Kaufbeleg/Rechnung (wenn vorhanden)
Die Versicherung erstattet je nach Vertrag Neuwert oder Zeitwert. Eine vollständige Liste verhindert, dass Sie Gegenstände vergessen.
Schritt 3: Alles sammeln und ordnen
In einem Ordner (am besten auch digital):
- alle Fotos und Videos
- Schadensliste
- Kaufbelege
- Kostenvoranschläge
- Rechnungen
- Schriftverkehr mit der Versicherung
- Messprotokolle der Trocknung
Die wichtigsten Fehler
- Aufräumen vor dem Fotografieren (Beweis weg)
- Gegenstände voreilig entsorgen (Versicherung will begutachten)
- Kein Datum auf den Aufnahmen
- Unvollständige Schadensliste (vergessene Gegenstände)
- Mündliche statt schriftliche Kommunikation mit der Versicherung
- Keine Kopien (alles digital sichern)
Aufräumen ist erlaubt, aber dokumentiert
Nach der Dokumentation dürfen und sollen Sie Sofortmaßnahmen treffen, das ist sogar Ihre Schadensminderungspflicht: Wasser entfernen, Möbel bergen, Trocknung starten. Nur entsorgen Sie nichts, bevor es dokumentiert oder freigegeben ist. Mehr zur richtigen Meldung im Schadensmeldung-Musterbrief.
Aufbewahren
Mindestens bis zum Abschluss der Regulierung, besser einige Jahre darüber hinaus, falls Folgeschäden (Schimmel) auftreten oder die Immobilie verkauft wird. Digital mehrfach gesichert.
Hilfe in Ihrer Nähe
Wir vermitteln zertifizierte Fachbetriebe, die den Schaden fachgerecht dokumentieren und mit der Versicherung abrechnen. Bei Streit auch Gutachter. Schreiben Sie uns über das Kontakt-Formular, wir helfen sieben Tage die Woche.
Weitere Ratgeber: Schadensmeldung-Musterbrief, Versicherung zahlt nicht, Wasserschaden-Gutachter, Versicherungs-Vergleich.