Kurz und knapp: Die Leitungswasserversicherung ist Teil der Wohngebäudeversicherung und der wichtigste Schutz gegen Wasserschäden im Haus. Sie deckt Wasser, das aus Rohren, Leitungen und Geräten austritt: Rohrbruch, undichte Wasch- und Spülmaschine, geplatzte Heizung, samt Bausubstanz-Schaden, Trocknung und Leckortung. NICHT gedeckt ist Wasser von außen (Hochwasser, Starkregen), das ist Sache der Elementarversicherung. Beide zusammen geben vollständigen Schutz.
Die Leitungswasserversicherung ist der Kern-Baustein gegen Wasserschäden, denn Leitungswasser ist die häufigste Schadensursache überhaupt. Dieser Ratgeber erklärt genau, was sie deckt, was nicht und wo die Fallstricke liegen.
Was sie deckt
Die Leitungswasserversicherung (Teil der Wohngebäudeversicherung) deckt bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser:
| Gedeckt |
|---|
| Rohrbruch (Wasser- und Heizungsleitungen) |
| Undichte Wasch- und Spülmaschinen |
| Defekte Boiler, Wasserbetten, Aquarien (teils) |
| Geplatzte Heizungsrohre (auch frostbedingt) |
| Schäden an Bausubstanz (Wände, Böden, Decken) |
| Trocknung und meist Leckortung |
Was sie NICHT deckt
| Nicht gedeckt | Zuständig |
|---|---|
| Hochwasser, Starkregen, Rückstau, Grundwasser | Elementarversicherung |
| Bewegliche Gegenstände (Möbel, Elektronik) | Hausratversicherung |
| Grobe Fahrlässigkeit | niemand (ggf. gekürzt) |
| Reiner Verschleiß ohne plötzliches Ereignis | oft strittig |
| Plansch-/Reinigungswasser | je nach Vertrag strittig |
Leitungswasser vs. Elementar: der zentrale Unterschied
Das ist die wichtigste Unterscheidung beim Versicherungsschutz gegen Wasser:
| Leitungswasser | Elementar | |
|---|---|---|
| Wasser von | innen (Rohre, Geräte) | außen (Natur) |
| Beispiel | Rohrbruch | Starkregen, Hochwasser |
| Teil von | Gebäudeversicherung | Zusatzbaustein |
Erst beide zusammen bieten vollständigen Schutz. Wer nur Leitungswasser hat, steht bei Starkregen ohne Schutz da. Mehr zur Elementarversicherung.
Für wen?
- Eigentümer (Haus oder Wohnung): unverzichtbar, faktisch Pflicht
- Mieter: brauchen sie nicht (Sache des Vermieters), aber eine Hausratversicherung
Was sie kostet
Die Leitungswasserversicherung ist Teil der Wohngebäudeversicherung (nicht separat ausgewiesen). Die gesamte Gebäudeversicherung kostet je nach Wert, Lage und Bauart typischerweise 200 bis 700 EUR pro Jahr. Der Leitungswasser-Anteil ist darin der größte Kostentreiber, weil diese Schäden am häufigsten sind. Faktoren: Alter der Leitungen, Vorschäden, Selbstbeteiligung. Ein Anbietervergleich lohnt sich.
Typische Streitfälle
- Plansch-/Reinigungswasser: übergelaufene Wanne, Wischwasser, je nach Vertrag strittig
- Verschleiß vs. plötzliches Ereignis: alte, langsam undichte Leitung
- Regenwasser durch undichtes Dach: Leitungswasser oder Elementar?
- Grobe Fahrlässigkeit: häufiger, oft überzogener Vorwurf
Bei Streit hilft Vertragsprüfung, Gutachten und der Ombudsmann. Mehr in Versicherung zahlt nicht.
Hilfe in Ihrer Nähe
Bei einem Leitungswasserschaden vermitteln wir zertifizierte Fachbetriebe für Leckortung, Trocknung und Sanierung deutschlandweit, mit direkter Versicherungsabwicklung. Schreiben Sie uns über das Kontakt-Formular, wir helfen sieben Tage die Woche.
Weitere Ratgeber: Versicherungs-Vergleich, Elementarversicherung, Wasserrohrbruch, Versicherung melden.