Bei einem Wasserschaden zählt jede Minute. Wer in den ersten 60 Minuten richtig reagiert, kann oft große Folgeschäden vermeiden. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch alle wichtigen Maßnahmen.
Die 60-Minuten-Checkliste
Drucken Sie diese Checkliste idealerweise aus und hängen Sie sie in Ihrer Wohnung auf (z.B. innen am Sicherungskasten). Im Notfall wissen Sie dann genau, was zu tun ist - ohne erst lange im Internet suchen zu müssen.
Minute 0-5: Wasser und Strom stoppen
☐ Schritt 1: Hauptwasserhahn schließen. Drehen Sie sofort den Hauptabsperrhahn zu. Er sitzt meist im Keller (in der Nähe des Wasserzählers) oder unter dem Spülbecken in der Küche. Bei Etagenwohnungen kann er auch im Hauswirtschaftsraum sein. Wenn unauffindbar: sofort Hausmeister, Hausverwaltung oder Feuerwehr (112) anrufen.
☐ Schritt 2: Strom in der betroffenen Zone abschalten. Schalten Sie die Sicherung im Sicherungskasten für den betroffenen Raum aus. Bei Verdacht auf Wasser an elektrischen Leitungen den Hauptschalter für das ganze Haus betätigen. Wasser und Strom sind eine lebensgefährliche Kombination.
☐ Schritt 3: Personen und Tiere in Sicherheit bringen. Familie und Haustiere aus der Gefahrenzone evakuieren. Bei massivem Wasseraustritt oder Verdacht auf statische Gefahr (z.B. herabhängende Deckenteile) sofort die Wohnung verlassen.
Minute 5-15: Sichern und dokumentieren
☐ Schritt 4: Sichtbares Wasser ableiten. Mit Handtüchern, Eimern, Nasssauger oder Wischmop das stehende Wasser aufnehmen, soweit sicher möglich. Je weniger Zeit das Wasser hat in die Bausubstanz einzudringen, desto kleiner der Schaden.
☐ Schritt 5: Wertgegenstände und Möbel sichern. Bewegliche Wertsachen aus der Gefahrenzone bringen: Elektronik, Bücher, wichtige Dokumente, Kleidung, Bilder. Möbel mit Holzklötzen erhöhen oder in trockene Räume tragen. Polstermöbel mit Folie abdecken.
☐ Schritt 6: Schaden lückenlos dokumentieren. Vor jeder weiteren Maßnahme: Fotos und Videos von ALLEM mit Datum-Anzeige am Smartphone. Der Schadensursprung (sofern sichtbar), alle nassen Räume aus verschiedenen Perspektiven, beschädigte Möbel und Wertgegenstände, Wasserpfützen. Je mehr Beweise, desto reibungsloser die Versicherungsabwicklung. Auch das Datum auf dem Smartphone-Foto ist wichtig.
Minute 15-30: Kommunikation
☐ Schritt 7: Vermieter oder Hausverwaltung informieren. Bei Mietwohnung sofort den Vermieter oder die Hausverwaltung benachrichtigen. Schriftlich per SMS, WhatsApp oder E-Mail für Beweissicherung. Bei Notfall zusätzlich telefonisch. Notieren Sie sich Datum und Uhrzeit der Meldung.
☐ Schritt 8: Nachbarn informieren (wenn Wasser durch Decke kommt). Bei Wasserschaden, der von oben kommt, ist die Wasserquelle oft in der Wohnung darüber. Sofort beim Nachbarn klingeln und auch dem Nachbarn unter Ihnen Bescheid geben (falls Wasser weiter nach unten läuft).
☐ Schritt 9: Gebäudeversicherung anrufen. Bei Eigentumswohnung oder Haus: Gebäudeversicherung anrufen, Schadennummer notieren, weiteres Vorgehen klären. Die meisten Versicherungen haben 24-Stunden-Notdienst-Hotlines. Bei Mietwohnung kümmert sich die Hausverwaltung um die Gebäudeversicherung.
☐ Schritt 10: Hausratversicherung informieren. Die Hausratversicherung zahlt für beschädigte private Gegenstände. Auch bei Mietwohnung: Ihre eigene Hausratversicherung muss separat informiert werden. Schadensnummer notieren.
Minute 30-60: Sanierung organisieren
☐ Schritt 11: Leckortung beauftragen (wenn Wasserursache unklar). Wenn nicht eindeutig ist, woher das Wasser kommt (kein sichtbares Leck), brauchen Sie eine professionelle Leckortung. Spezialfirmen finden mit Mikrofontechnik, Wärmebildkamera oder Tracer-Gas die exakte Bruchstelle ohne Aufstemmen. Kosten: 300-800 EUR, meist von der Gebäudeversicherung übernommen.
☐ Schritt 12: Sanierungsbetrieb für Trocknung beauftragen. Der wichtigste Schritt für die langfristige Schadensbegrenzung. Selbsttrocknung mit Föhn oder Heizlüfter reicht NICHT aus und führt in 90% der Fälle zu Schimmelfolgeschäden, die später deutlich teurer werden. Wiedertrocken vermittelt qualifizierte Sanierungsbetriebe in Ihrer Region, die innerhalb von 60 Minuten vor Ort sein können.
Was Sie unbedingt vermeiden sollten
Diese Fehler werden in der Stress-Situation oft gemacht und kosten später viel Geld:
Voreiliges Aufräumen. Räumen Sie nichts weg, bevor Sie alles fotografiert haben. Ohne Dokumentation kann die Versicherung später die Schadenshöhe kürzen.
Sanierungsfirma ohne Versicherungs-Absprache beauftragen. Bei größeren Schäden vor Beauftragung mit der Versicherung sprechen. Oft will die Versicherung selbst einen Sachverständigen schicken oder hat Partner-Firmen.
Selbsttrocknung mit Heizlüfter oder Föhn. Reicht in 90% der Fälle nicht aus und kann sogar Schaden vergrößern (Schimmelbildung in versteckten Bereichen).
Schaden nicht melden, weil “klein”. Auch kleine Schäden können später Folgeschäden verursachen. Die spätere Meldung ohne ursprüngliche Dokumentation wird oft abgelehnt.
Strom nicht abschalten. Lebensgefahr! Wasser auf elektrischen Leitungen kann tödlich sein.
Möbel auf nassem Boden stehen lassen. Schwere Möbel auf feuchtem Holzboden verursachen Druckstellen und permanente Verformungen.
Was Sie als Wasserschaden-Notfallset zuhause haben sollten
Idealerweise haben Sie folgendes Notfall-Set griffbereit:
Werkzeug und Material:
- Eimer (mindestens 2-3 Stück, 10 L oder größer)
- Nasssauger oder Wischmop
- Mehrere große Handtücher
- Folie oder große Müllsäcke (für Möbelabdeckung)
- Taschenlampe (für Stromabschaltung)
Kontaktliste (auf Papier!):
- Telefonnummer Vermieter oder Hausverwaltung
- Telefonnummer Gebäudeversicherung (mit Schadennummer-Nummer)
- Telefonnummer Hausratversicherung
- Telefonnummer Sanierungsfirma in der Region (z.B. Wiedertrocken-Notfall-Hotline)
- Telefonnummer Klempner-Notdienst
- Telefonnummer Hausmeister
- Telefonnummer Nachbarn (für gegenseitige Hilfe)
Wichtige Informationen:
- Wo befindet sich der Hauptwasserhahn? (Mit Foto zur Erinnerung)
- Wo befindet sich der Sicherungskasten?
- Wo befinden sich die Eckventile in Bad und Küche?
- Welche Versicherungsverträge bestehen (Versicherungspolicennummer)?
Diese Liste ausgedruckt am Sicherungskasten oder im Hausflur aufhängen.
Spezialfälle
Wasserschaden nachts oder am Wochenende. Die wichtigsten Sofortmaßnahmen sind die gleichen. Versicherungen haben in der Regel 24-Stunden-Hotlines. Sanierungsbetriebe mit Notdienst kommen meist innerhalb von 1-2 Stunden, auch am Wochenende (Notdienst-Aufschlag von 30-50%).
Wasserschaden in der Urlaubswohnung. Wenn Sie im Urlaub sind und ein Nachbar oder Vermieter Sie über einen Wasserschaden informiert: Vermieter beauftragen, Notmaßnahmen zu ergreifen, Versicherung sofort von unterwegs aus telefonisch informieren. Versuchen Sie, am nächsten Tag zurückzukehren oder eine vertrauenswürdige Person zu beauftragen, die vor Ort koordiniert.
Wasserschaden bei Vermieter-Pflichtversäumnis. Wenn der Vermieter nicht reagiert oder Sanierung verweigert: Schriftliche Aufforderung mit Frist (Einschreiben mit Rückschein), nach Fristablauf selbst Sanierungsfirma beauftragen und Kosten vom Vermieter erstattet verlangen. Bei Konflikt: Mieterverein einschalten.
Soforthilfe von Wiedertrocken
Wiedertrocken ist 24/7 erreichbar. Innerhalb von 60 Minuten ist ein Sanierungstechniker bei Ihnen vor Ort - in über 30 deutschen Städten. Die Erstbesichtigung ist kostenlos, die Abwicklung erfolgt direkt mit Ihrer Versicherung.
Nutzen Sie das Soforthilfe-Formular auf wiedertrocken.de oder rufen Sie unsere Notfallhotline an. Speichern Sie unsere Nummer jetzt schon in Ihrem Telefon, damit Sie im Notfall nicht erst suchen müssen.