Kurz und knapp: Bei Wasserschaden durch Starkregen zuerst den Strom in überfluteten Räumen abschalten, weiteres Eindringen stoppen, alles dokumentieren und die Elementarschaden-Versicherung melden. Wichtig: Nur die Elementarversicherung zahlt bei Starkregen, die normale Gebäudeversicherung NICHT. Nach dem Wasserentfernen muss die Bausubstanz professionell getrocknet werden, sonst droht Schimmel.
Starkregen-Ereignisse haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und mit ihnen die Wasserschäden. Das Tückische: Viele Hausbesitzer entdecken erst nach dem Schaden, dass ihre Versicherung nicht zahlt. Dieser Ratgeber zeigt, was Sie sofort tun müssen und wie Sie sich richtig absichern.
Sofortmaßnahmen bei Starkregen-Schaden
- Strom abschalten in allen überfluteten Räumen, bevor Sie sie betreten
- Weiteres Eindringen stoppen, soweit gefahrlos: Lichtschächte abdecken, Abläufe freimachen, Sandsäcke
- Dokumentieren mit Fotos und Videos (Datum!)
- Elementarversicherung melden (falls vorhanden)
- Wasser entfernen mit Pumpe und Nass-Sauger
- Professionell trocknen lassen
Der wichtigste Punkt: Wer zahlt?
Das ist die häufigste böse Überraschung. Die normale Gebäudeversicherung zahlt NICHT bei Starkregen. Sie deckt nur:
- Leitungswasser
- Sturm (ab Windstärke 8) und Hagel
- Feuer
Starkregen, Überschwemmung, Rückstau und Grundwasser sind ausschließlich über den Zusatzbaustein Elementarschadenversicherung abgedeckt. Wer diesen Baustein nicht hat, zahlt alles selbst.
Die ernüchternde Zahl: Rund 47 Prozent der Wohngebäude in Deutschland haben keinen Elementarschutz. Angesichts zunehmender Unwetter ist das ein erhebliches Risiko. Mehr dazu im Versicherungs-Vergleich.
Wie Starkregen ins Haus kommt
| Eintrittsweg | Schutzmaßnahme |
|---|---|
| Kellerfenster, Lichtschächte | wasserdichte Fenster, Abdeckungen |
| Rückstau Kanalisation | Rückstauklappe, Hebeanlage |
| Undichtes Dach, Fassade | Wartung, Abdichtung |
| Kellereingang, Garage | Bodenschwellen, Gefälle |
| Grundwasser (Dauerregen) | Außenabdichtung, Drainage |
Besonders gefährlich ist der Rückstau aus der Kanalisation: Wenn die Kanäle überlastet sind, drückt Abwasser durch Bodenabläufe und Toiletten zurück ins Haus. Dieses Wasser ist kontaminiert. Mehr dazu in Rückstau aus der Kanalisation.
Nach dem Wasser: trocknen ist Pflicht
Nach Starkregen ist die Bausubstanz durchfeuchtet, auch wenn das sichtbare Wasser weg ist. Wände, Estrich und besonders der Keller haben Wasser aufgesaugt. Ohne professionelle Trocknung entstehen Schimmel und Salpeter innerhalb von Tagen bis Wochen. Ein Fachbetrieb misst die Feuchte und trocknet gezielt. Bei einem vollgelaufenen Keller gilt zusätzlich die Statik-Regel, siehe vollgelaufener Keller.
Vorbeugen: Haus starkregenfest machen
- Rückstauklappe einbauen lassen (wichtigster Schutz gegen Kanalrückstau)
- Hebeanlage für tieferliegende Abläufe
- Wasserdichte Kellerfenster und Lichtschacht-Abdeckungen
- Dachentwässerung prüfen und ausreichend dimensionieren
- Gelände so gestalten, dass Wasser vom Haus wegläuft
- Elementarschaden-Versicherung abschließen, das ist die finanzielle Absicherung
Hilfe in Ihrer Nähe
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Weitere Ratgeber: Vollgelaufener Keller, Hochwasser was tun, Rückstau Kanalisation, Versicherungs-Vergleich.